Haftungsrecht

Im Haftungs- oder Schadensersatzrecht geht es darum, einen Schaden, der durch das (widerrechtliche) Verhalten eines anderen verursacht wurde, jedenfalls in finanzieller Hinsicht auszugleichen. Dabei ist zu klären, wer für den Schaden verantwortlich ist, ob ein Schadensersatzanspruch grundsätzlich besteht (Haftungsgrund) und schließlich wie hoch der Schaden ist (Schadenshöhe). Hier wird geprüft, welcher Schaden bereits entstanden ist und welcher Schaden in der Zukunft voraussichtlich noch entstehen wird.  

Das allgemeine Haftungs- oder Schadensersatzrecht ist vielfältig. Es gilt für alle Lebensbereiche. Hier einige typische Beispiele: Eine Kundin rutscht im Supermarkt auf zertretenem Obst aus und bricht sich das Bein. Der Hausbesitzer kommt seiner Räum- und Streupflicht im Winter nicht nach; ein Passant stürzt. Ein Mann wird vom Hund des Nachbarn gebissen. Kinder verletzen sich, da der Kinderspielplatz nicht ausreichend gesichert ist. Der Elektriker legt einen Anschluss nicht fachgerecht, wodurch es zu einem Brand kommt. Aufgrund unzureichender Sicherung kommt es zu einem Unfall auf der Baustelle.

Besondere Teilgebiete des Haftungsrechts sind das Arzthaftungsrecht und das Verkehrsrecht.

Im Arzthaftungsrecht sowie im Verkehrsrecht sind wir ausschließlich auf der Geschädigtenseite, also nur für Patienten und deren Krankenversicherungen sowie für Unfallopfer tätig. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung und stetigen Fortbildung im Bereich des Arzthaftungsrechts dürfen wir zwei der drei größten deutschen gesetzlichen Krankenversicherungen zu den Dauermandanten unserer Kanzlei zählen. Dieses ist nicht nur ein Zeichen der hohen Qualität unserer anwaltlichen Arbeit. Auch für Sie als Privatmandant führt dies oft zu erheblichen Vorteilen.

Die Eckpunkte eines haftungsrechtlichen Mandates am Beispiel des Arzthaftungsrechtes

Rechtsanwältin Dr. Corinth und Rechtsanwalt Dr. Henkel verfügen über besondere Kompetenz und Erfahrung auf diesem Gebiet. Dieses bietet Gewähr für die bestmögliche Bearbeitung Ihres arzthaftungsrechtlichen Mandats.

Zur Prüfung und Durchsetzung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen fordern wir zunächst die erforderlichen Behandlungsunterlagen an. Sobald diese vorliegen, erfolgt eine sorgfältige Prüfung des medizinischen Sachverhalts.

Unsere medizinrechtliche Einschätzung besprechen wir ausführlich mit Ihnen. Zur weiteren Klärung der medizinischen Bewertung des Sachverhalts werden regelmäßig Gutachten in Auftrag gegeben. Selbstverständlich bereiten wir jeden Gutachtenauftrag sorgfältig vor.

Nach Abschluss der rechtlichen Prüfung beziffern wir Ihre Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche und machen sie gegenüber dem betreffenden Arzt, Krankenhaus oder der Hebamme geltend. Es folgen regelmäßig Verhandlungen mit der zuständigen Berufshaftpflichtversicherung. In vielen Fällen kann die Angelegenheit im Wege eines außergerichtlichen Vergleichs abgeschlossen werden.

So konnte beispielsweise nach Zahlung eines sechsstelligen Abfindungsbetrages an unserere Mandantschaft eine gerichtliche Auseinandersetzung vermieden werden, nachdem es im Rahmen einer künstlichen Befruchtung zu einer Vertauschung gekommen war mit der Folge, dass der Patientin befruchtete Einzellen eines anderen Paares eingesetzt wurden. Ein Gerichtsverfahren wäre hier für alle Seiten nachteilig gewesen.

Gelingt keine Einigung, werden wir mit Ihnen die Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf dem Klagewege besprechen. Aber auch dann kann es noch zu einem Vergleich kommen. Weitere Beispiele aus unserer Praxis:

Das klagende Kind leidet unter einer Plexusparese (Schädigung des Armnervengeflechts). Das Landgericht Leipzig verurteilt die Behandlungseite aufgrund unzureichender Aufklärung der Mutter über die Möglichkeit eines Kaiserschnitts (Sectio) als Alternative zur sog. natürlichen Geburt. Vor dem Oberlandesgericht Dresden wird die Möglichkeit eines Vergleichs erörtert. Schließlich nimmt die Behandlungsseite die Berufung zurück, womit das Urteil des Landgerichts rechtskräfig wird.

Trotz Behandlung mit dem Verhütungsmittel Implanon wird die Patientin schwanger und bekommt ein Kind. Das Landgericht Hildesheim weist die Klage gegen den niedergelassenen Frauenarzt ab. Auf die Berufung der Klägerin hin wird schließlich vor dem Oberlandesgericht Celle ein Vergleich in fünfstelliger Höhe geschlossen.

Nach einer in mehreren Schritten erfolgten Entfernung eines Lungenlappens, in deren Folge der Patient schließlich verstirbt, verweigert die Behandlungsseite Regulierungsgespräche. Im Verfahren vor dem Landgericht Hannover werden grobe Behandlungsfehler bestätigt. Die Behandlungsseite erwägt, zur Eledigung des Rechtsstreit eine Abfindung höchstens in Höhe des geforderten Schmerzensgeldes zu zahlen. Auf die weiteren finanziellen Schäden will sie jedoch nicht leisten. Das daraufhin ergehende Urteil spricht der Klägerin das geforderte Schmerzensgeld vollumfänglich zu und verurteilt die Behandlungsseite zum Ersatz aller weiteren finanziellen Schäden.